Mittwoch, 12. September 2012

Unsere Drunkard's path-Variationen


Den Drunkard's path, ein traditionelles Blockmuster, das aus Quadraten mit Halbkreisen besteht, hatten wir uns für den letzten Sonntag vorgenommen. Mirjam hatte schon vorgearbeitet und einiges zugeschnitten - aus einem charm square lassen sich mit der Schablone von Mccallsquilting zwei Viertelkreise schneiden, und dann bleibt noch ein schleifenförmiges Stück übrig, das man für die Quiltrückseite verwenden kann. Beim Auslegen stellten wir aber fest, dass man für die interessanteren Muster positiv-negativ-Blöcke braucht - also welche mit hellerem Viertelkreis und dunkler Umgebung und umgekehrt.


Andere probierten derweil Tachas sizzix fabric cutter aus - ein Gerät im Barbiedesign, mit dem sich drei bis vier Lagen Stoff auf einmal schneiden, oder besser gesagt: stanzen lassen. Der grob vorgeschnittene Stoff kommt auf die Schneideschablone, ein Bandmesser, das in eine Schaumstoffplatte integriert ist. Darauf und darunter legt man zum Schutz eine Plexiglasplatte und nudelt dann den ganzen Stapel durch die Maschine.   


So sieht das dann aus: die Viertelkreise sind ausgestanzt, und natürlich gibt es auch Schablonen für den anderen Teil, mit Nahtzugaben und allem.


Das Stecken dauert fast länger als das Nähen - der Viertelkreis liegt jeweils unten. Rosi schickte mir noch einen Link zu einem Blogbeitrag von Kate Conklin mit ganz vielen Tipps und einem kleinen Film - hier. Er zeigt, wie man die Kurven ohne Stecken näht, und es sieht wirklich nicht allzu schwer aus. 


Wir nähten auf die herkömmliche Weise. Zumindest ich war überrascht, wie gut das doch funktioniert, und mit Bügeln lässt sich noch einiges verbessern. Die Nahtzugaben können an der Rundung etwas eingeschnitten werden, damit sie sich besser legen.


Dann folgte die schwierige Entscheidung, wie die Einzelelemente zusammengesetzt werden sollen. Oben die Blöcke von Christiane - vielleicht zeigt sie uns ja demnächst, wofür sie sich entschieden hat.


Einige der Damen ließen sich beim Warten auf eine freie Nähmaschine auf dem goldenen Sofa nieder und beschäftigten sich mit dem Virus, das derzeit nahzu die ganze Gruppe erfasst hat: English Paper piecing. Im Ernst - gibt es jemanden, der zur Zeit kein Projekt in dieser Technik näht? Susannes Decke - unten - ist schon ziemlich weit gediehen. Anjas (Marzipanchens) oben links auch, aber da sie zuerst die Sechsecke zu langen Reihen zusammennäht und dann die Reihen aneinander, merkt man das noch nicht so. 


Kommentare:

  1. Das Sofa-Foto ist ja echt toll!
    Leider war an dem Sonntag schon eine Erkältung im Anmarsch, die mich dann erstmal ausgebremst hat. Ich werde in den nächsten Tagen meine Trinkerpfad-Einzelteile nähen und auch mal die Hexie-Decke zeigen. Danke für die gute Reportage! Am Ende wird dieser Blog ein richtig gutes Quilt-Lexikon sein.

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  2. "Trinkerpfad" ist gut! Hier im Berliner Kontext hat man dann ja gleich bestimmte Assoziationen - von der Tankstelle, zum Spätverkauf, zur Eckkneipe, zu Aldi und wieder zum Spätverkauf...

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  3. Das ist ja interessant!
    Vor einigen Jahren verbrachte ich Tage und Nächte bei der Recherche, ob man mit solchen Scapbook-Geräten Stoffe schneiden kann.
    Damals bin ich nicht so wirklich weiter gekommen, es ging eher in die negative Richtung.
    Einiges scheint sich an Zubehör getan zu haben.

    Wie zufrieden seid ihr mit diesem (scheußlichen) Ding? Schneidet sie wirklich gut?
    Für eine Gruppe könnte sich die Anschaffung vielleicht lohnen, für eine Einzelperson ist sie letztendlich doch zu einschränkend, und damit zu teuer, oder?

    Das Sofa-Photo ist einfach klasse.
    Was da für eine Stimmung transportiert wird, schön getroffen.

    Herzlichen Gruß
    Tally

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    1. Liebe Tally, zwei bis drei Lagen Stoff werden damit geschnitten, bei vier Lagen muss man teilweise an den Ecken noch ein bißchen nachschneiden. Man ist mit den Schablonengrößen schon ziemlich eingeschränkt, jede neue Schneideschablone kostet auch wieder eine ganze Menge. Man muss den Stoff passend für das Gerät vorschneiden und hat rundherum ziemlich viel Verschnitt (sieht man auf dem dritten Bild). Man muss schon eine ganze Menge Quilts nähen, damit sich das amortisiert - selbst als Gruppe. Wie oft näht man schon zwei Mal dasselbe Patchworkmuster?

      viele Grüße!

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  4. Wow die Decke sieht ja wirklich schon toll aus!

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