Sonntag, 1. April 2012

Sashiko neu interpretiert


Sashiko muss nicht immer traditionell sein! Schaut mal, was Nadia nach unserem Treffen im Februar gestickt hat: ihre eigenen Muster auf braunem und gelbem Untergrund. 
Die erste Stickerei ist noch ein klassisches japanisches Muster - kaki no hana, die Blüte des Khakibaums - die Ähnlichkeit mit der Blüte ist wirklich unverkennbar (hier bei Srithreads gibt es ein altes Beispiel dieses Sashikomusters). Nadias zweites Muster erinnert mich an die verschlungenen Ornamente, wie man sie auf den gekachelten Wänden südspanischer Häuser finden kann. Toll sind auch die Farben: das grüntürkise Garn hebt sich so schön von dem braunen Leinen ab.


Das dritte Muster will Nadia zu einer Buchhülle verarbeiten, das Ornament kommt dann natürlich auf die Buchvorderseite, die drei gestickten Linien laufen über den Buchrücken und die Rückseite (ich hätte den Stoff für das Foto andersherum hinlegen müssen). 

Die Sashiko-Technik funktioniert also auch mit nicht-flächigen und nicht-traditionell-japanischen Mustern. Vielleicht müsste man für diese Stickereien noch einen anderen Namen erfinden? Wie so oft bei japanischen Begriffen schwirren im Netz verschiedene Übersetzungen umher. Eine davon lautet "kleine Stiche" bzw. "little stabs", auf deutschsprachigen Seiten findet man aber auch die Bezeichnung "Stäbchentechnik" - ob da nur jemand "stabs" falsch ins Deutsche übersetzt hat? Mit Stäbchen (Essstäbchen?) hat die Stickerei nun wirklich nichts zu tun, mit kleinen Stichen aber sehr wohl...


Ehe ichs vergesse: Denkt daran, dass unser nächstes Treffen wegen der Osterfeiertage erst am Sonntag, den 15. April stattfindet! Miriam wird uns in die freie Schneidetechnik einweihen, näheres erfahrt ihr bis dahin noch hier im Blog.

1 Kommentar:

  1. Da bin ich ganz gerührt! Danke.
    Bei dem zweiten Muster hast schon richtig getippt. Stammt aus einem Buch über islamische Ornamente.

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