Montag, 29. August 2011

Das August-Treffen

Ich weiß nicht wie es euch geht – ich bin jedes Mal nach den Quilttreffen in Miriams wunderbarem Laden sehr begeistert, so viel Neues gesehen und kennengelernt zu haben, habe eine Menge Ideen und schwebe geradezu durch den Abend. Montags habe ich immer noch Mühe, mich wieder auf etwas anderes zu konzentrieren und male nebenher Skizzen, so dass sich meine Schreibtischnachbarin schon wundert.

Jedes Mal wieder toll ist vor allem über die Vielfalt an Techniken, Materialien und Herangehensweisen, die man so kennenlernt. Gestern konnten wir Heike, Anja und Miriam neu in unserer Runde begrüßen, und damit wieder drei andere Sichtweisen auf das Thema Quilt.

Quilt nach Moda Bake Shop vom Miriam

Miriams Interpretation der "Kitchen Windows"

Miriam brachte zum Beipiel einen fast fertigen Quilt mit Applikationen nach einer Vorlage vom Moda bake shop mit, und einige Blöcke des Kitchen-Windows-Musters aus dem Buch von Elisabeth Hartmann von Oh Fransson. Das gleiche Muster hatte Anja aus Hamburg zufällig als fast fertigen Quilt in der Hand, sie machte während des Treffens die letzten Handstiche am Binding. Im Vergleich ist die Umsetzung bei beiden sogar ganz ähnlich: blau mit orange bzw. orange mit blau und gelb. Kitchen Windows bietet sich für Stoffe mit großen Mustern an, die man nicht zu sehr zerschneiden möchte, denn es werden relativ große Stücke in einfarbige Rahmen gesetzt.

 "Kitchen Windows" von Anja aus Hamburg

Eine ganz andere Herangehensweise an große Muster zeigte der Quilt aus Stoffen von Amy Butler von Anja aus Berlin: Das Patchwork ist eine Drunkard‘s path-Variation, die aus relativ kleinen Untereinheiten besteht. Anja schnitt die Stoffe so zu, dass sich die Musterung in jeder „Zwiebel“ gefällig fortsetzt. Die Flächen sind teilweise klar abgegrenzt, teils gehen unterschiedliche Stoffdessins scheinbar ineinander über und bilden ganz neue Kombinationen und wachsen auseinander heraus, mit den sehr satten Amy-Butler-Farben ein Effekt wie bei einem orientalischen Teppich.

Quilt aus Amy-Butler-Stoffen von Anja aus Berlin

Heike ist über die Hundedecke zum Patchwork gekommen und näht mittlerweile großformatige Quilts, zum Beispiel Kaffe-Fassett-Entwürfe, aber nicht aus den Originalstoffen. Bei den hellen Quadraten in dieser Decke verwendete sie zum Beispiel die Stoffrückseiten als Vorderseite, und erreichte so eine ganz zarte, kaum merkliche Musterung auf fast weißem Grund.

Heikes Quilt nach Kaffe Fassett


Ihr neuestes Projekt ist ein Colorwash-Quilt mit toller Fernwirkung, bei dem Blumenstoffe mit weißem bzw. schwarzem Hintergrund in Quadrate geschnitten und neu gruppiert werden.

Heikes Colorwash-Quilt - der Anfang

Und dann ist da noch die japanische Richtung: Reginas großformatiges Paper-piecing-Projekt hat ja auch eine japanische Anmutung, wie ich finde, und Suschna ist weiter dem Geheimnis der Stoffzusammenstellungen von Susuko Koseki auf der Spur.

Reginas Paper-piecing-Quilttop

Täschchen nach Suzuko Koseki von Suschna

Doris ist mit einer Schwester in Tokyo bei der Materialbeschaffung natürlich im Vorteil, sie brachte eine große Decke aus traditionellen und modernen japanischen Stoffen in dunkelblau mit, die einfach unvergleichlich weich und fein gewebt sind. Auch Unistoffe haben eine ganz leichte Melierung, nicht so, dass es auf den ersten Blick auffällt sondern so, dass der Stoff lebt.

Doris Quilt aus japanischen Stoffen

...und ein Detail davon

Ganz ähnliche Stoffe verwendete Birgit für eine große Tasche, weitere Taschen und Taschenklappen entstanden mit einer speziellen Schnittechnik aus dem Internet, zu der Birgit lieber selbst noch etwas sagen sollte, denn ab hier war ich nicht mehr so richtig aufnahmefähig und meine Kamera auch nicht. Alle weiteren Bilder - denn es gab sogar noch mehr schöne Quilts! - findet ihr in der flickr-Gruppe.

Tasche von Birgit aus japanischen Stoffen -

und mit einer speziellen Schnittechnik

Kommentare:

  1. Wieder ein toller Bericht - zum Glück, ich konnte mich inzwischen schon gar nicht mehr an alles erinnern, so viel war es. Ganz lustig, erst der von dir letzes Mal schon beschriebene Selbsthilfegruppeneinstieg ("ich bin XY und quilte seit x Jahren") und dann folgt so ein Feuerwerk.
    Danke auch für all die Flickr -Fotos. So kann ich nun auch mein verschollenes Kachelquilttop hier zuhause wiederfinden, denn auf dem Bild vom letzten Mal sieht man, ich welches Bettuch ich es eingewickelt hatte (-:

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  2. Vielen vielen Dank für den tollen und ausführlichen Bericht, der mir zeigt, dass ich das nächste mal unbedingt wieder dabei sein möchte...
    Tolle Sachen hab ihr gemacht WOW
    Lg
    Aylin

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