Montag, 28. Mai 2012

Noch mehr Applikationen


Ein paar Fotos habe ich noch - vom Treffen Anfang Mai im Nadelwald. Oben das Applikationsprojekt von Anja: ein Orange-peel-Muster aus Resten vom Sternenquilt aus alten amerikanischen bedsheets, den sie letztes Jahr im August gezeigt hatte.


Doris näht mal wieder japanisch: das wird ein kleines quadratisches Täschchen mit diagonal eingesetztem Reißverschluss. Die Dresden-plate-Applikation ist winzig - 4 bis 5 cm im Durchmesser, nicht mehr.

Die Vorlagen für Mirjams Applikationsblöcke stammen aus einem älteren französischen Patchmania-Heft und sind schon eine Weile in Arbeit. Die Einzelteile sind mit Vliesofix appliziert, also offenkantig - diese detailreichen Blöcke mit eingeschlagenen Nahtzugaben per Hand zu applizieren, wäre glatt eine Lebensaufgabe. Stellt sich die Frage, wie man nun weiter verfährt: Mit der Nähmaschine fein umzackeln? Mit der Hand Langettenstich um die Kanten sticken? Aber bei den niedlichen Motiven ist das fast egal - nur Quilterinnen würde dieses Detail auffallen.

Das nächste BMQG-Treffen ist übrigens am 10. Juni, wieder von 15-18.00 Uhr im Nadelwald - bringt fertige und unfertige Quilts mit, die ihr zeigen möchtet. Außerdem kann uns Floh vielleicht vom Fat Quarterly Sewing Retreat, dem großen Quilttreffen in London berichten - falls sie es nicht vorgezogen hat, sich mit Quiltstoffen und Nähmaschine auf der Insel niederzulassen. 

Mittwoch, 23. Mai 2012

Fernsehturm Addendum

Für diejenigen, die das letzte Treffen verpasst haben oder die 'Anleitungen' einfach noch einmal in digitaler Form gerne hätten, habe ich die beiden Applikationsvorlagen hochgeladen. Klickt auf den Link, um zur .png-Datei zu kommen. Beim Ausdrucken - sofern ihr die Originalgröße beibehalten wollt - müsstet Ihr darauf achten, dass keine Seitenanpassung ausgewählt ist.

(2) Orla-Kiely-inspirierte Blume (Layout)

Viel Spaß damit,
Julia

Freitag, 18. Mai 2012

Der Mai kommt mit Blättern ...und Fernsehtürmen!


Ich weiß nicht wie es euch geht, aber für mich war unser Treffen am letzten Sonntag wieder äußerst ergiebig: Klar hatte ich schon mal hier und da was appliziert, aber wie üblich hatte ich mich nie richtig mit der Materie beschäftigt. Julia ist aber applikationstechnisch mit allen Wassern gewaschen, wenn ich das mal so sagen darf, und hatte jede Menge Tricks im Ärmel, wie Applizieren mit der Hand einfacher wird.


Das fängt mit dem richtigen Material an: Spezialnadeln und -garn sind kein herausgeschmissenes Geld. Julia verwendet besonders kleine und besonders dünne Handnähnadeln, die sie im Patchworkbedarf kauft, also eher nicht die Nadeln, die man im 1€-Nadelsortiment findet. Das Garn sollte auch besonders fein sein, zum Beispiel Seidengarn von Yli oder ein gewachstes spezielles Applikationsgarn. Julia nimmt beiges Garn für alle hellen Farben - für dunkle Farben auf dunklem Untergrund böte sich ein mittlerer Grauton an - denn es ist schlechterdings unmöglich, für jeden nur denkbaren Stoff farblich genau passendes Garn anzuschaffen. Zum Fixieren der Stoffteile auf dem Untergrund gibt es spezielle, besonders feine und besonders kurze Applikationstecknadeln. Noch besser fand ich aber den Trick, die Teilchen einfach mit einem gewöhnlichen auswaschbaren Klebestift festzukleben.


Bei der traditionellen Methode schneidet man die einzelnen Elemente der Vorlage aus und benutzt sie als Schablone, mit deren Hilfe man die Umrisse auf die Vorderseite des Stoffes überträgt - zum Beispiel mit einem wegbügelbaren Stift.


Die Form wird mit etwa 5mm Nahtzugabe rundherum ausgeschnitten, auf den Untergrund geklebt oder gesteckt, die Nahtzugabe Stück für Stück eingeklappt, wenn nötig eingeschnitten, und der Rand mit fast unsichtbaren Stichen auf den Untergrund genäht. Was gar nicht so schwierig ist, wenn die Nadel ganz fein und das Garn unauffällig ist.   

Als nächstes probierten wir das Applizieren mit Freezer Paper aus - die "Schummelmethode", wie Julia sagte, oder müsste es nicht eher "technischer Fortschritt" heißen? Dabei überträgt man die Einzelteile der Vorlage auf Freezer Paper, das plastikbeschichtete Wundermittel aus Amerika, und schneidet sie aus. Die Freezer-Paper-Teile werden dann auf die Rückseite des Applikationsstoffs gebügelt und mit Nahtzugabe ausgeschnitten.

Die Nahtzugaben werden mit Wäschestärke befeuchtet, umgeklappt und festgebügelt - mit dem normalen Bügeleisen, oder - was es nicht alles gibt! - mit einem speziellen Mini-Applikationsbügeleisen.


Vor dem Aufnähen zupft man das Freezer Paper aus den Teilen heraus - je nach Zustand kann das Papier noch einige Male aufgebügelt werden. 
Gleichmäßige Stoffstreifen für Blumenstengel stellt man ganz einfach mit einem Schrägbandformer her. Eine Seite des Streifens kann rechts auf rechts festgenäht werden - die zweite, offene Seite schlägt man dann ein und näht sie wie gehabt mit der Hand mit kleinen Stichen fest. 


Kreise, wie hier die Kugel des Fernsehturms, schneidet man aus dünnem Karton aus, schneidet den Stoffkreis mit Nahtzugabe zu und reiht ihn am Rand mit der Hand ein. Wenn man den Reihfaden anzieht, kann man den Kreis um die Pappschablone spannen und gut bügeln. Ohne Einreihen geht das auch mit einem Stück Alufolie, das als äußerste Schicht eng um Pappe und Stoff gefaltet wird, und das nicht nur alles an seinem Platz hält, sondern auch besonders gut die Bügelhitze leitet.

Wie ihr seht, war es also wieder ein netter und informativer Nachmittag im Nadelwald.   


Unser nächstes Treffen ist am 10. Juni, und "Neue" sind wie immer herzlich willkommen!