Bem Treffen am vergangenen Sonntag probierten wir
wie geplant mit
Flohs Hilfe die Sashiko-Stickerei aus. Auf den ersten Blick eine simple Technik, aber wenn man ein wirklich gleichmäßiges Ergebnis haben möchte, braucht man schon einige Übung - und einige Tricks und Kniffe, die Floh uns verraten hat.
Floh hatte spezielles Sashiko-Garn in verschiedenen Farben mitgebracht, das man hierzulande in einigen Quiltläden kaufen kann. Es ist aus Baumwolle, sehr matt und weich, die Stärke ähnlich wie dünnes Häkelgarn. Sashiko-Spezialnadeln sind ziemlich dick, ähnlich wie Sticknadeln, haben aber ein schlankes Öhr. Sticken kann man aber auch mit Perlgarn oder geteiltem oder ungeteiltem Sticktwist, die Nadel stimmt man auf Garn und Stoff ab – in den meisten Nadelsortimenten findet sich sicher etwas passendes.
 |
| Sashiko-Spezialnadeln |
Die erste Schwierigkeit: wie bekommt man die Mustervorlagen auf den Stoff? Die typischen Sashikomuster basieren auf einem Raster aus Quadraten oder Rechtecken. Das Grundraster zeichnet man zuerst mit einem Lineal vor, die Musterlinien orientieren sich dann an diesem Raster. Auch sie zeichnet man vor, für Rundungen macht man sich am besten eine Pappschablone.
 |
| Muster ins Raster einzeichnen |
Beim Vorzeichnen hilft der Sandpapier-Trick: der Stoff verrutscht auf dem rauhen Untergrund nicht so leicht. Wir probierten einen ganzen Haufen verschiedener Markierstifte aus: Kreidestifte und Stoffmarker, die auf Feuchtigkeit reagieren, waren unpraktisch, weil man den Stoff beim Sticken ständig in der Hand hat und die Vorzeichnung dann schneller verschwindet, als einem lieb ist. Besser funktionierten Stifte, die bei Bügelhitze unsichtbar werden, vor allem kann man da – ein Tipp von Miriam – die
Pilot Frixion Ball-Stifte aus der normalen Schreibwarenabteilung nehmen, die sehr sauber und präzise auf Stoff zeichnen.
 |
| Eine Vorzeichnung mit dem Frixion Ball |
Der Sashikostich ist dann eigentlich „nur“ ein kleiner Vorstich – aber wie Floh erklärte, liegt die Tücke im Detail: Die Stiche sollen natürlich ganz, ganz gleichmäßig sein, weswegen man am besten gleich mehrere Stiche gleichzeitig auf die Nadel nimmt.
 |
| Hier sieht man das Prinzip des Sashikostichs... |
 |
| ...und hier sieht man besonders gut die absichtlichen "Lücken" an den Stellen, wo sich die Linien kreuzen. |
Die auf der Vorderseite sichtbaren Stiche sollten länger sein als der Zwischenraum, genauer gesagt, etwa doppelt so lang. An Stellen, wo sich zwei oder mehr Linien kreuzen, wird ein größerer Abstand gelassen, damit die Stickfäden möglichst nicht kreuz und quer zusammentreffen.
Ein paar empfehlenswerte Bücher zum Thema: